Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen rund um die Parodontitis und unsere Antworten.

Durch den bakteriellen Zahnbelag entsteht eine Entzündung am Zahnfleischrand (Gingivitis), die sich auf die gesamte Zahnverankerung (Parodontitis) ausbreiten kann. Durch den Knochenschwund entstehen bei der Parodontitis am Zahnfleischrand sogenannte Zahnfleischtaschen sowie die Lockerung der Zähne bis hin zum Zahnverlust.

Die Gingivitis ist eine auf den Zahnfleischrand begrenzte Entzündungserkrankung währenddem bei der Parodontitis zusätzlich Kieferknochen abgebaut wird. Der Unterschied zwischen der Gingivitis und der Parodontitis liegt dort, dass bei der Gingivitis noch keine Zahnverankerung abgebaut wurde. Somit kann durch eine gute häusliche Mundhygiene das Zahnfleisch mit Gingivitis wieder in ein gesundes Zahnfleisch ausheilen. Bei der Parodontitis verhält es sich anders: einmal durch die Entzündung abgebauter Kieferknochen kann durch eine gute häusliche Mundhygiene nicht wieder vom Körper selbst aufgebaut werden.

Wenn der Beginn der Parodontitis nicht entdeckt wird, geht innerhalb weniger Monate die sehr kostbare Zahnverankerung verloren. Die regelmässige gute Mundhygiene zur Vorbeugung der Gingivitis ist und bleibt somit die beste und kostengünstigste Vorbeugung der Parodontitis.

Nicht jeder Zahnfleischrückgang ist aufgrund einer Parodontitis entstanden. Wenn Sie einen Zahnfleischrückgang haben, können zwei Situationen in Betracht gezogen werden:

Sie könnten einerseits unter Zahnfleischrezessionen leiden. Diese wären durch ein zu kraftvolles Zähneputzen entstanden. Durch die grosse Kraft wird mit der Zahnbürste der Zahnfleischrand wiederholt verletzt. Bei seiner Heilung zieht sich dieser stets etwas weiter zurück bis die darunter gelegene Zahnwurzel freigelegt wird. Auch wenn Sie die Mundhygiene umstellen und mit weniger Kraft Ihre Zähne reinigen werden, wird sich die Zahnfleischrezession nicht wieder zurückbilden.

Die Parodontitis andererseits ist eine Entzündungserkrankung, die aufgrund bakterieller Beläge entstanden ist. Wenn die Parodontitis nicht behandelt wird, geht der Abbau der Zahnverankerung unterhalb des Zahnfleischrandes weiter. Bei der Parodontitis ist der anfängliche Abbau der Zahnverankerung nicht sichtbar. Erst bei einer weiter fortgeschrittenen Parodontitis zieht sich der Zahnfleischrand zurück und Sie könnten dies als Zahnfleischrückgang wahrnehmen, weil dabei auch die Wurzeloberflächen der Zähne freigelegt wurden.

Erst die Untersuchung in der Zahnarztpraxis kann Ihnen letztendlich die korrekte Antwort geben.

Die Parodontitis ist eine Entzündungserkrankung, die aufgrund bakterieller Beläge entstanden ist. Wenn sie nicht behandelt wird, geht der Abbau der Zahnverankerung von aussen unsichtbar unterhalb dem Zahnfleischrand weiter. Dies ist genaugenommen derjenige Grund, weshalb Sie die Parodontitis nicht selbst erkennen können.

Einige Anzeichen der Zahnfleischentzündung (Gingivitis) könnten Sie jedoch selbst erkennen: zum einen kann der Zahnfleischrand rot bis dunkelrot verfärbt und etwas geschwollen sein und zum anderen könnte ein Zahnfleischbluten beim Zähneputzen mit der Zahnbürste oder einer Zahnseide auftreten. Bei Rauchern ist darauf hinzuweisen, dass ihr Zahnfleisch eine geringere Blutungsneigung hat und sie sich somit bei der Selbsteinschätzung über die Parodontitis irren können.

Demgegenüber gibt es die folgenden Anzeichen einer Parodontitis, die selbst festgestellt werden können: wie bei der Gingivitis könnte auch bei der Parodontitis das Zahnfleisch etwas geschwollen und rot verfärbt sein. Da mit der Parodontitis jedoch bereits der Kieferknochen abgebaut wurde, hätten sich die Zähne womöglich bereits etwas verschoben und es wären offene Zahnzwischenräume entstanden. Bei einer fortgeschrittenen Parodontitis könnten die Zähne auch stärker beweglich werden und allenfalls wären durch die vielen bakteriellen Beläge allenfalls ein Mundgeruch feststellbar.

Es gibt mehrere Gründe, warum Sie Parodontitis haben könnten.

Der bakterielle Zahnbelag (Plaque, Biofilm) ist die Hauptursache der Parodontitis. Einige Bakterienarten können die Entstehung der Parodontitis weiter begünstigen. Es könnte daher sein, dass ihre häusliche Mundhygiene über längere Zeit ungenügend war oder dass Sie insbesondere von solchen Bakterienarten befallen sind, welche die Ausbildung der Parodontitis begünstigen können.

Weiter können Risikofaktoren in Betracht gezogen werden wie das Rauchen, eine ungesunde Ernährung, ein unbehandelter Diabetes oder Stress. Letztendlich könnten bei Ihnen auch genetische Faktoren bei der Entstehung der Parodontitis eine Rolle spielen, denn die Immunabwehr auf die krankmachenden Bakterien allgemein reagiert, kann aufgrund der genetischen Unterschiede von Mensch zu Mensch anders sein.

In einem ersten Gespräch stellt der Zahnarzt fest, ob Sie allfälligen Risikofaktoren ausgesetzt sind. Bekannte Risikofaktoren für die Parodontitis sind: ungenügende häusliche Mundhygiene, Rauchen, ungesunde Ernährung, Diabetes oder Stress.

Weiter wird der Zahnarzt oder die Dentalhygienikerin eine sogenannte parodontale Kurzuntersuchung durchführen, die nur wenige Minuten dauern wird.

Mit einer Zahnfleischsonde (Parodontalsonde) wird an ausgewählten Stellen schonungsvoll und millimetergenau die Eindringtiefe am Zahnfleischrand gemessen.

Nach dieser Kurzuntersuchung werden weitere Abklärungen nur dann durchgeführt, wenn dabei Zeichen für den Abbau der Zahnverankerung gefunden wurden. Diese Abklärungen beinhalten den sogenannten Parodontalstatus sowie zusätzliche Röntgenbilder.

Sie können zwar mit einer Parodontitis wieder gesund werden, aber die Situation mit Ihrem Zahnfleisch wird sich nicht mehr in den früheren Originalzustand bringen lassen.

Die Parodontitis ist eine Entzündungserkrankung mit einem zugrundeliegenden Abbau der Zahnverankerung. In der unbehandelten Parodontitis wird diese Zahnverankerung bis hin zum Zahnverlust weiter abgebaut. Genaugenommen kann die Zahnfleischbehandlung nur die Entzündung eindämmen oder sogar zum Verschwinden bringen. Diese Situation wird als gesund bezeichnet, da einerseits die Entzündungszeichen verschwunden sind und andererseits der weitere Abbau der Zahnverankerung eingedämmt worden ist.

Im Anschluss an eine Zahnfleischbehandlung ist ein langfristiger Erfolg über mehrere Jahre nur dann gewährleistet, wenn Patienten eine optimale häusliche Mundhygiene durchführen und dabei täglich verhindern, dass sich ihr Zahnfleisch durch neue bakterielle Beläge erneut entzünden kann.

Für den optimalen Langzeiterfolg wichtig ist ausserdem die fortwährende professionelle Langzeitbetreuung bei der Dentalhygienikerin, damit allfällig wiederkehrende Probleme rechtzeitig erkannt und behoben werden können.

Neuen wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge ist durch die Parodontitis das Risiko für Komplikationen bei Zahnimplantaten deutlich erhöht. Diese Komplikationen betreffen insbesondere die Verankerung der Zahnimplantate im Kieferknochen. Wie bei der Parodontitis kann auch beim Zahnimplantat durch eine bakterielle Entzündung der Kieferknochen abgebaut werden. Diese Erkrankung wird Periimplantitis genannt. Die Therapie einer Periimplantitis gestaltet sich in der Regel viel schwieriger als die Therapie einer Parodontitis. Eine unbehandelte Periimplantitis führt zum Verlust des betroffenen Implantates.

Es liegen jedoch wissenschaftliche Untersuchungen vor, die bestätigen können, dass nach einer erfolgreich abgeschlossenen Zahnfleischtherapie das Risiko für die Periimplantitis bedeutend geringer ausfällt.

Wenn Sie Parodontitis haben, ist es aus den genannten Gründen unabdingbar, dass einerseits vor der Eingliederung der Zahnimplantate die Zahnfleischtherapie vollständig abgeschlossen ist und andererseits, dass Sie regelmässig die professionelle Langzeitbetreuung, d.h. die Termine bei der Dentalhygienikerin wahrnehmen werden.

Im Anschluss an eine Zahnfleischbehandlung ist ein langfristiger Erfolg über mehrere Jahre nur dann gewährleistet, wenn Patienten eine optimale häusliche Mundhygiene durchführen und dabei täglich verhindern, dass sich ihr Zahnfleisch durch neue bakterielle Beläge erneut entzünden kann.

Für den optimalen Langzeiterfolg wichtig ist ausserdem die fortwährende professionelle Langzeitbetreuung bei der Dentalhygienikerin, damit allfällig wiederkehrende Probleme rechtzeitig erkannt und behoben werden können.

Der Abstand dieser Dentalhygienesitzungen beträgt meistens drei, vier oder sechs Monate. Die Häufigkeit orientiert sich an der Qualität der Mundhygiene, dem Ausmass der Zahnfleischentzündung und dem Vorhandensein der sogenannten Zahnfleisch-Resttaschen.

Nach einer Zahnentfernung (Extraktion) ist die Mundschleimhaut und der darunter gelegene Knochen nach wenigen Wochen oder Monaten fertig ausgeheilt. Die durch die Zahnentfernung entstandene Lücke bleibt in der Regel über längere Zeit unverändert bestehen.

Erst nach mehreren Monaten könnte es vorkommen, dass die Zähne des entsprechenden Gegenkiefers – weil ihnen der entsprechende Gegenzahn fehlt – aus ihrem eigenen Kieferknochen herauswachsen (elongieren) und so in die gegenüberliegende Zahnlücke vordringen.

In anderen Fällen kann es vorkommen, dass durch die Zahnlücke bedingt, die weiter hinten gelegenen Zähne im selben Kieferabschnitt sich zu neigen (mesialisieren) beginnen.

Sofern die Kaufähigkeit hergestellt oder verbessert werden muss, sollten Zahnlücken mit oder ohne Zahnimplantate prothetisch mit Zahnersatz versorgt werden. Die Prothetik kann je nach Ansprüchen und finanziellen Mitteln aus festsitzenden Kronen oder Brücken oder herausnehmbaren Modellgussprothesen bestehen.

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